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Georg Schumanns Choralmotetten op. 71 und 75 sowie ausgewählter
Volksliedbearbeitungen aus dem Kaiserliederbuch
Die im November 2005 aufgenommenen Motetten op. 71 und op. 75 und
Volksliedbearbeitungen wurden 2007 bei Guild Music auf CD international
veröffentlicht. Mit dieser Publikation schließen die Purcell Singers ihr Projekt der Erstveröffentlichung
aller Choralmotetten und Chorlieder Georg Schumanns auf CD ab, die bereits im
Jahre 2000 mit der Veröffentlichung von op. 31, 51, 52, 60 und 63 begonnen
hatte.
Motetten op.71
Georg Schumann: 5 Motetten für mehrstimmigen gemischten Chor op. 71
mit Begleitung von Blasorchester und Orgel
1. Wie schön leucht' uns der Morgenstern
2. Jesus meine Zuversicht
3. Ermuntre dich, mein schwacher Geist
4. Wachet auf, ruft uns die Stimme
5. Vom Himmel hoch, da komm ich her
Die Motetten op. 71 wurden 1922 uraufgeführt und sind der Philosophischen Fakultät
der Friedrich-Wilhelms-Universität - der heutigen Humboldt-Universität - gewidmet, die Georg Schumann 1916 die
Ehrendoktorwürde verliehen hatte.
Zu
den Motetten schrieb Friedrich Welter 1925 in der Schlesischen Zeitung Breslau:
"Georg Schumanns fünf
Choralmotetten, die 1922 erschienen sind, nehmen eine besonders hervorragende
Stellung innerhalb seiner Kompositionen ein. Sie sind … die Krönung seiner
Chormusik ohne Begleitung, … zu deren Melodiefreudigkeit sich ein
Formenreichtum gesellt, wie er nur von Meisterhand herrühren kann."
"Das Prinzip der Variation der
freien Veränderung und der sogenannte thematischen Arbeit ist hier bewußt und
mit großem Geschick durchgeführt. Das ist der Unterschied und das wirklich
neue."
"Im einzelnen betrachtet, bergen
die Choralmotetten manche Feinheiten in Klang und Stimmführung, die nicht beim
ersten Hören bemerkt werden. … Diese Motetten sind chortechnisch schwer. Zu
einer schlackenlosen Aufführung bedarf es eines sicheren Chores, umsichtigen Führers
und mit ein paar Proben ist hier nichts getan. Doch aufgewandte Mühe wird
reichlich entschädigt durch die Freude und Erbauung, die Mitwirkenden wie Zuhörern
dann zuteil wird."
Lesen Sie den kompletten Beitrag von Friedrich
Welter.
Motetten op. 75
Georg Schumann: Drei
Choralmotetten op. 75 für gemischten Chor
1. Jerusalem, du hochgebaute Stadt
2. Sollt ich meinem Gott nicht singen?
3. Mit Fried und Freud ich fahr dahin
Die Motetten op. 75 wurden 1934 unter Leitung des Komponisten in Berlin uraufgeführt.
Dr. Richard Petzold schrieb dazu:
„Zu machtvoller Höhe türmen sich die
Akkordquader dieser Motetten, die alle Register des a-capella ziehen. Als äußerste
Steigerung tritt im dritten Stück „Mit Fried und Freud‘ ich fahr dahin“
zu dem achtstimmigen gemischten Chor, den auch die beiden anderen Motetten
„Jerusalem, du hochgebaute Stadt“ und „Sollt ich meinem Gott nicht
singen?“ verwenden, noch ein Solosopran und die weihevolle Pracht von Hörnern,
Posaunen, Tuben und Pauken, die eventuell durch Orgel ersetzbar sind, hinzu.
Georg Schumanns Motetten sind nicht ganz einfach darzustellen, besonders werden
durch die häufigen Alterationen an Tonreinheit und Klangkultur mancherlei
heikle Aufgaben gestellt, die liebevolles Versenken in die harmonisch ungemein
geschickt und wirkungsvoll aufgebaute Struktur dieser Chöre erfordert.
Vollendet herausgebracht sind die Motetten, die deutlich aus dem Klangcharakter
eines großen Chors, wie ihn etwa die Berliner Singakademie ihres Komponisten
darstellt, entstanden scheinen, in ihrer Lebendigkeit und Ausdruckskraft, in
ihrer nachromantischen Beleuchtung der alten Choralweisen liebenswerte Beispiele
für die ungebrochene Schaffenskraft ihres Autors.
Lesen Sie auch den Beitrag in „Signale“
1935, ferner den Beitrag zu Georg Schumanns Motetten von Wiliam Weinert in
„American Choral Review“ 2002
(in englischer Sprache).
Die Auswahl der Volksliedbearbeitungen würdigt Schumanns Volksliedkunst, die 1906
im Kaiserliederbuch veröffentlicht wurde.
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